Die Haltung von Legehennen

Die Haltung von Legehennen ist seit Jahren ein kontrovers diskutiertes Thema und wird zunehmend von Verbrauchern und Tierschutzorganisationen kritisch betrachtet. Ein Blick auf die Zahlen und Fakten zeigt, dass es noch viel zu tun gibt, um die Lebensbedingungen der Hennen zu verbessern.

Krasse Zahlen und ein zu langsamer Wandel

In Deutschland gibt es laut einer Erhebung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aus dem Jahr 2015 insgesamt 47,9 Millionen Hennenhaltungsplätze. Davon werden 30,25 Millionen in Bodenhaltung gehalten, 8,17 Millionen in Freilandhaltung, 4,93 Millionen in Käfighaltung und 4,55 Millionen in ökologischer Erzeugung. Der Anteil der Bodenhaltung hat in den letzten Jahren zugenommen, nachdem die herkömmliche Legebatterie 2010 verboten wurde. Allerdings leben viele Hennen noch immer in großen Gruppen von bis zu 6.000 Tieren in engen Hallen. Sie teilen sich oft nur einen Quadratmeter, was zu Platzmangel und Verhaltensstörungen führen kann.

Platzmangel und Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Hühner

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In der Massenhaltung haben Hühner oft nur wenig Platz und leben in engen Gruppen. Oft verletzen sie sich an Gittern oder anderen Einrichtungsgegenständen. Berechnet man nur die eingestreute Fläche zur Anzahl der gehaltenen Hennen, teilen sich etwa 100 Tiere einen einzigen Quadratmeter. Hühner in biologischer Erzeugung haben etwas mehr Platz und teilen sich den Quadratmeter mit nur sechs statt neun Artgenossen. Die Gruppen umfassen nur 3.000 statt 6.000 Tiere, was den Hennen mehr Bewegungsfreiheit ermöglicht und somit artgerechter ist.

Einstreu-Mangel und Staubbelastung

Das Einstreu wird oft reduziert, um die Staubbelastung in den Hühnerställen zu reduzieren. Das Gas Ammoniak, das durch den Kot entsteht, reizt die Atemwege der Tiere und kann diese schädigen. Die Kombination von Staub aus Federn, Hautschuppen und Futterresten und Einstreu bietet einen idealen Nährboden für Pilze, Bakterien und Viren, die die Gesundheit der Hühner beeinträchtigen können.

Verhaltensstörungen bei Hühnern

Die verschiedenen Haltungsformen in großen Gruppen führen zu Verhaltensstörungen bei den Hennen. Sie können zum Beispiel Federpicken oder Kannibalismus zeigen. Aber anstatt etwas dagegen zu tun, werden den Tieren oft schon als Küken ohne Betäubung der Schnabel gekürzt. Die industrielle Legeleistung von bis zu 320 Eiern im Jahr führt zu einem hohen Verschleiß der Hühner. Die Tiere haben in der Regel eine mittlere Lebenserwartung von nur 12-15 Monaten und werden dann geschlachtet. Viele Hennen sterben allerdings bereits vorher an Krankheiten oder Verletzungen.